Monatsarchiv für Januar 2008

 
 

Warum BenQ eigentlich BiesT heißen müsste

“Die BenQ Corporation [ˈbenkjuː] ist ein Anbieter von High-Tech-Produkten aus Taiwan, der zu den sich am schnellsten entwickelnden Firmen Asiens zählt und mit über 2.300 Mitarbeitern global tätig ist“. Sagt die Wikipedia. BenQ ist ein BiesT, sage ich.

Denn eigentlich sollte BenQ für “Bringing Enjoyment and Quality to life” stehen. Nach Bestellung eines Beamers und eines 19″ TFT-Monitors kann ich leider gegenteiliges behaupten. Der Beamer, Modell MP612 DLP, verweigerte die Zusammenarbeit mit den VGA-Ausgängen all unserer Firmen-Laptops. Lediglich bei Sony VAIOs machte er eine gnädige Ausnahme und zauberte den Bildschirminhalt auf die Leinwand. Der 19″ TFT-Monitor wiederrum fing bei leichten Moire-Mustern wie wild zu flimmern an und war auch nicht durch ein hochwertiges Ferrit-VGA-Kabel zu bändigen.

Zwar war in beiden Fällen der Service schnell und zuvorkommend zur Stelle und brachte auch gleich ein Ersatzgerät, doch die Unzulänglichkeiten waren noch nicht ausgemerzt. Den BenQ-Beamer kann auch nach der Reparatur zwar mit den meisten Laptops verwendet werden, die Geräte brauchen aber einen Neustart, bevor sie die Beamer erkennt. Und der Monitor wird morgen getestet.

Bis dahin steht BenQ aber für “Bringing inefficient, erronous stuff to Market

Ein Sample, für das Conny Kramer starb

Lang habe ich drüber gerätselt, wo sich Rainer Binder-Krieglstein für seinen Hit “Alles verloren” bedient hat. Gemeint ist natürlich die schmachtende Damenstimme, welche den titelgebenden Refrain in das Mikro plärrt. Dass man die Chanteuse in der deutschen 70er Schlagerszene suchen muss, war mir relativ schnell klar. Doch bei der Titelsuche biss ich auf Granit: kein Song mit “Liebe/Verlieren/Verloren” im Titel passte auch nur im entferntesten. Meine Suchobsession trieb mich fast schon zu Posts in einschlägigen Foren, bis mir einfiel, dass das musikalische Schlitzohr Binder-Krieglstein seine neugierige Hörerschaft mit der altbewährten Moby-Taktik ausgetrickst haben könnte.

Moby-Taktik? Dass Moby für sein bislang kommerziell erfolgreichstes Album “Play” tief in die Blues-Samplekiste gegriffen hat, ist allgemein bekannt. Doch ausgerechnet beim Megahit “Why does my head feel so bad” verwendete er ein völlig atypisches Sample, nämlich die einzige melancholische Textzeile in einem ansonsten fröhlichen Song. Auch Dr. Dre extrahierte für Eminem’s “My name is” ein grooviges, aber vom Durchschnittshörer sicherlich ignoriertes Interludium aus Labi Siffre’s I got the … (ab 02:42). Pikanterweise ist Herr Siffre ein bekennender Homosexueller, der aufgrund Dr. Dre’s homophoben Background die Verwendung des Original-Samples untersagte.

Doch nun zurück zu Herrn Binder-Krieglstein: eine verfeinerte Volltextsuche nach “Alles verloren was ich hab” und der dezente Hinweis auf eine Sängerin namens Juliane Werding führten mich schließlich zur 70er Drogenabschreckungsballade “Der Tag, als Conny Kramer starb“. Obwohl es sich definitiv um eine heiße Spur handelte, dauerte es weitere 15 Minuten, bis ich einen Volltreffer melden konnte. Man muß sich nämlich Juliane Werdings Sermon schon sehr genau anhöhren, damit einem das Sample nicht entwischt. Exakt zwischen 02:42 und 02:45 werden jene Worte ins Mikrofon geschmettert, die Herr Binder-Krieglstein (hoffentlich) gewinnbringend verwertet hat.